Geplante Baumaßnahmen
Europäische Güterzugmagistrale mitten durch Karlsruhe
Um was geht es?
Rüppurr grenzt im Westen an die Eisenbahntrasse zwischen Rastatt über Ettlingen-West und Karlsruhe. Momentan ist unklar, welche Auswirkungen der Ausbau der Bahntrasse Karlsruhe-Basel auf diesen Streckenabschnitt und damit unseren Stadtteil haben wird.
Was ist der Hintergrund des Projekts?
Die Niederlande, Deutschland, die Schweiz und Italien haben vereinbart, die Eisenbahnstrecke zwischen den Häfen Rotterdam und Genua auszubauen, um mehr Schwerlastverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Auch der Personenverkehr profitiert davon enorm, weil neue Strecken Überwiegend als Hochgeschwindigkeitsstrecken gebaut werden. Das Projekt ist auch Teil der Verkehrsplanung der EU („Transeuropäische Netze“). Dafür wurde in der Schweiz bereits der Gotthard-Basistunnel und der Lötschberg-Basistunnel gebaut. Die Bundesrepublik hat sich u.a. verpflichtet, die Strecke Karlsruhe-Basel viergleisig auszubauen.
Wie wird Karlsruhe davon betroffen sein?
Von Mannheim nach Karlsruhe wurde eine sog. „Vorzugsvariante“ festgelegt. Danach wird eine neue zweigleisige Trasse etwa ab Höhe Bruchsal parallel zur A5 nach Karlsruhe führen und im Stadtgebiet dann auf den Güterbahnhof einschwenken.
Dort soll am südlichen Rand des Güterbahnhofs die neue zweigleisige Trasse gebaut werden (wo momentan einige Bäume stehen zwischen Güterbahnhof und Südtangente).
Wie es dann nach Süden in Richtung Rastatt weitergeht ist noch nicht klar. Von Süden kommend ist der Ausbau durch den Rastatter Tunnel weit vorangeschritten. Vom Nordportal des Tunnels verläuft die Strecke parallel zur B36 bis Durmersheim und schwenkt dann in Richtung Silberstreifen auf die Bestandsstrecke ein.
Wie ist Rüppurr davon betroffen?
Das ist momentan noch nicht klar. Der Rastatter Tunnel hat zu steile Rampen für schwere Güterzüge. Diese Steigung reduziert die maximale Anhängelast, wodurch ein Drittel der Güterzüge nicht durch den Tunnel fahren kann. Schwere, lange Züge müssen weiterhin oberirdisch durch Rastatt fahren. Und auf dem Weg dahin müssen sie weiterhin die Strecke über Malsch, Bruchhausen, Ettlingen-West und eben Rüppurr nehmen, um nach Karlsruhe zu kommen.
Auch wenn der Verkehr zum größeren Teil auf der Strecke über Durmersheim zum Rastatter Tunnel stattfände, hieße das für Rüppurr: Mehr Züge, längere Züge, längere Schließzeiten am Bahnübergang, solange die Brücke nicht steht, und vor allem mehr Lärm. Stadtverwaltung, Stadtrat und Bürgervereine bemühen sich seit langem, die Bahn zum Bau eines Tunnels für den reinen Durchgangsverkehr zu bewegen. Dieser beträgt 90 % und müsste unsere Bahnhöfe gar nicht anfahren.

