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Nachrichten aus Rüppurr

Stadt informiert Bürgervereine über Entwurf Parkraumkonzept

Jeder Weg mit einem Fahrzeug beginnt und endet mit einer Möglichkeit zum Parken.

Das Stadtplanungsamt hatte im Rahmen des IQ-Projekts „Nachhaltiges Parkraumkonzept und -management“ ein stadtweites Parkraumkonzept für Karlsruhe erstellt. Dieses soll nachhaltig und zukunftsfähig sein sowie alle Verkehrsarten berücksichtigen. Die Grundlagen für das Konzept wurden während des „Park.Raum.Dialog“ des Landes Baden-Württemberg entwickelt.

Am 20.07.2026 hatte die Stadtverwaltung einen Informationstermin zum Entwurf des nachhaltigen Parkraumkonzepts der Stadt Karlsruhe veranstaltet. Eingeladen wurden die Karlsruher Bürgervereine und weitere Interessenvertretende. Zehn Vertreter der Bürgervereine sind der Einladung gefolgt, für die BGR hatte ich (Thorsten Kling) als Vorstandsmitglied teilgenommen. Zudem waren VertreterInnen des ADFC, ADAC und VCD vor Ort.

In der fast zweistündigen Sitzung wurden vom Stadtplanungsamt folgende Themen näher angesprochen:

  • Digitalisierung Parkraum
  • Bewohnerparken
  • Fahrradparken
  • Sichtfelder an Knotenpunkten & Querungsstellen
  • Digitale Parkraumkontrolle
  • Kommunikationsstrategie und Sensibilisierung
Digitalisierung Parkraum

Als Grundlage für weitere Planungen und die Digitale Parkraumkontrolle werden alle vorhandenen Parkplätze im öffentlichen Raum katalogisiert. Dadurch wird es erstmalig möglich, überhaupt im Detail zu wissen, in welchen Quartieren wieviele Parkplätze tatsächlich zur Verfügung stehen. 

Bewohnerparken

Die Bewohnerparkzonen könnten in Quartieren mit hohem Parkdruck ausgeweitet werden. Dabei wird insbesondere der Verdrängungseffekt zu bedenken sein, bei dem der Parkdruck in benachbarten Quartieren sich weiter erhöht.

Fahrradparken

Die Förderung des Radverkehrs im Sinne der nachhaltigen Mobilität wird kontinuierlich weitergedacht, z.B. auch durch den Ausbau bedarfsgerechter Fahrradabstellanlagen (nicht zulasten von Gehwegen).

Sichtfelder an Knotenpunkten & Querungsstellen

Als Beitrag zur „Vision Zero“ sollen Kreuzungen umgestaltet werden, so dass Parken bis direkt in die Kreuzung hinein nicht mehr möglich sein wird. Eigentlich müsste auch jetzt schon ein Mindestabstand von 5 Metern vor und hinter der Kreuzung eingehalten werden. Durch zusätzliche Markierungen und bauliche Maßnahmen soll diese Pflicht in Zukunft „verdeutlicht“ werden.

Digitale Parkraumkontrolle

Das Land Baden-Württemberg hat im Landesmobilitätsgesetz von 2025 den Einsatz von Scan-Fahrzeugen ermöglicht. Es laufen in mehreren Kommunen bereits Tests. Dabei scannen mit Kameras ausgestattete Fahrzeuge den ruhenden Verkehr und ermöglichen so eine erheblich ausgeweitete Kontrolle. Der Einsatz dieser Fahrzeuge soll auch in Karlsruhe geprüft werden.

Kommunikationsstrategie und Sensibilisierung

Die Kommunikation mit den BewohnerInnen vor Ort ist für das Planungsamt von besonderer Bedeutung. Das Thema Parken ist grundsätzlich konfliktbeladen. Alle VerkehrsteilnehmerInnen konkurrieren in den Städten um den nicht ausreichend zur Verfügung stehenden Platz. Das Ziel soll sein, die Vorteile für Verkehrssicherheit, Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität und nachhaltige Mobilität hervorzuheben um so die Akzeptanz Aller zu erreichen. Hier sollen auch die Bürgervereine vor Ort unterstützen.

Nächste Schritte

Bis Ende 2026 soll das Parkraumkonzept beschlossen werden. Vorher wird es weitere Beteiligungen der Ortschaftsräte, Bürgervereine und des Bürgerrat ISEK geben. Ab 2027 soll bereits die Umsetzung starten. Zur Klarstellung, es handelt sich um ein Konzept und nicht um einen konkreten Umsetzungsplan, es sind also allgemeine Vorgaben, wie in Zukunft umgesetzt werden soll.

Was heißt das alles für Rüppurr?

Erstmal wohl nicht besonders viel. Laut dem Entwurf liegt Rüppurr außerhalb des priorisierten Bereiches und wird demnach erstmal nicht „bearbeitet“. Der Fokus liegt derzeit auf den dicht besiedelten Quartieren in der Stadt. Nichtsdestotrotz wird das neue Konzept bei anstehenden Bauarbeiten im gesamten Stadtgebiet angewandt werden. Das wird dann auch in Rüppurr der Fall sein.

Mein Fazit

Inhaltlich ist für mich der Entwurf ein Schritt in die richtige Richtung. Bahnbrechende Ideen sind meiner Meinung nach darin aber nicht zu finden. Der riesige Platzbedarf abgestellter privater PKWs wird weiterhin als gegeben hingenommen. Eine echte Weichenstellung in Richtung lebenswerter Stadt wird es so nicht geben. Dass es auch anders gehen könnte, habe ich erste letzte Woche in Paris gesehen. Dort wurden im großen Stil ganze Straßenzüge verkehrsberuhigt, „entparkt“ und begrünt. Welch ein Kontrast zwischen diesem neuen Look zu den noch nicht umgewandelten Straßen.

Ich kann den Konzeptentwurf des Stadtplanungsamts aber nachvollziehen. Sie müssen sich an den Wünschen der BewohnerInnen orientieren und haben versucht in allen Bereichen etwas zu verbessern, ohne die Autobesitzenden vollkommen gegen sich aufzubringen. Mehr geht im Autoland momentan wohl immer noch nicht.

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