Nach dem ehrgeizigen Projekt der Rüppurrer Chronik – das Buch erschien im Jahr 2003 aus Anlass der 900-jährigen Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung Rüppurrs – ging die Bürgergemeinschaft und Geschichtswerkstatt Rüppurr ein nicht minder anspruchsvolles Projekt an. Zwischen 2004 und 2016 sind neun Rüppurrer Hefte erschienen. Die Bücher wurden ursprünglich im Lindemanns Verlag gedruckt. Dort können auch jetzt noch einige Hefte im Papierformat bestellt werden. Ab sofort stehen alle neun Bände auch als PDF zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Heimatgeschichte
Heimatgeschichte aufzeichnen, veröffentlichen und damit nahe bringen. Geschichte und Geschichten der Heimat bleiben nicht dem Besonderen oder den Besonderheiten vorbehalten. Sie gelten genau so, zuweilen sogar mehr, dem Alltäglichen, dem Leben der einfachen Menschen. Was wäre Heimat ohne diese Gestalter? Im Verein mit den Verantwortlichen des Gemeinwesens sorgen sie durch die Zeiten hindurch für das Profil des Ortes und für dessen Selbstverständnis. Deshalb bedeutet über den Heimatort reflektieren, reden und Heimatgeschichte schreiben immer auch Imagepflege betreiben.
Band 1 – Ein Bauernhaus
Die Geschichte des Bauernhauses im Rüppurrer Unterdorf und die seiner Familie ist eingebettet in die allgemeine Rüppurrer Ortsgeschichte und auch in die Landes- und deutsche Geschichte. Rudolf Rastätter geht somit zutreffend davon aus, dass Dorfgeschichte nicht isoliert zu betrachten ist.
Das Bauernhaus im Rüppurrer Unterdorf gibt es erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Doch die Geschichte des Hauses und seiner Familie wurzelt im 18. Jahrhundert und berührt dabei zwei für das kleine Bauerndorf Rüppurr bemerkenswerte Ereignisse: zum einen wird auf dem Gemeindeterrain bzw. auf dem des markgräflichen Kammergutes ein mustergültiges Bewässerungssystem eingerichtet, zum andern entsteht im Zentrum dieses der Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion dienenden neuen Systems ein Badehaus, dessen Nutzung allein der Freizeitgestaltung der markgräflichen Familie vorbehalten war.
Band 2 – Rüppurrer Lebensbilder
Eine Gemeinde lebt aus ihrer Geschichte, mit ihrer Vergangenheit und Gegenwart. Dazu gehören in erster Linie ihre Menschen. Die Geschichte des heutigen Gemeinwesens ist nicht mehr diejenige ihres „herrschenden Geschlechts“, sondern die seiner Bürger, oder zeitgemäßer formuliert, seiner Einwohner. Sie als Einzelne, als Familien, Nachbarschaften, als Mitglieder von Gruppen, Kreisen oder Vereinen in ihrem Lebens- und Wirkungsraum zu betrachten und zu beschreiben, macht Heimat- und Ortsgeschichte erst verständlich und unverwechselbar.
Im zweiten Band kommen Einzelpersonen ins Blickfeld: Es sind die Lebensbilder von zehn ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten. Durch Herkunft und Lebenschicksal waren sie mit dem Ort verbunden, im öffentlichen Leben wirksam und sind insoweit für Rüppurr wichtige Persönlichkeiten.
Band 3 – Rüppurrer Straßen und Lebensräume
Straßen, Wege und Plätze sind viel mehr als wir gemeinhin annehmen: Sie sind auch Lebensräume. Denn an, in und mit ihnen spielt sich ab, was für die Einzelnen wie für die Gesamtheit mehr oder weniger wichtig und von Bedeutung ist. Das gilt in besonderem Maße für die hiesigen Einwohner, für die zugereisten neuen Bürger, aber auch für Gäste.
Mit meiner Straße verbinden sich Erfahrungen, Erlebnisse, ja nicht selten verbindet sich damit ein ganzes Leben. Mehr noch als das Viertel, das Dorf oder die Stadt weckt die Straße Erinnerungen, Emotionen. Das werden gerade auch jene verspüren, die über lange Zeit fern von ihr waren. Die Straße, der Weg oder der Platz ist ein Stück Heimat ganz nah, wo Lebensräume entstanden sind oder sich bilden können. Häuser und Gebäude mit ihrer Architektur, Vorgärten und Gärten, Bäume, aber auch der Straßenverkehr prägen den Charakter einer Straße und natürlich auch die Menschen, die dort wohnen und ihren Geschäften nachgehen. Das Flair einer Straße oder eines Viertels ist unverwechselbar, ist Heimat
Band 4 – Vom Dorf zum Stadtteil
Die Geschichte der Eingemeindung Rüppurrs nach Karlsruhe im Jahr 1907.
Für Rüppurr war die Eingemeindung ein epochales Ereignis, verlor das Dorf infolgedessen doch seine politische Selbstständigkeit. Diese Aufgabe der Autonomie, rund 800 Jahre nach der urkundlichen Ersterwähnung der Gemeinde, hatte mancher geschichtsbewusste Rüppurrer seinerzeit wohl auch als ein Stück Identitätsverlust empfunden.
Für Karlsruhe selbst war die Eingemeindung Rüppurrs kein singuläres Ereignis, zumal nach Mühlburg 1885 im Jahr 1907 mit Rüppurr, Beiertheim und Rintheim nun gleich drei Vorortgemeinden der Stadt „einverleibt“ wurden.
Band 5 – Rüppurrer Kirchen und Kapellen
Die Geschichte der Rüppurrer Kirchen und Kapellen beginnt mit der Ersterwähnung der Nikolauskapelle im 14. Jahrhundert, des sogenannten„Kleinen Kirchle“ an der Alb und nahe dem längst vergangenen Rüppurrer Wasserschloss.
Die Geschichte eines Dorfes ist untrennbar mit der Geschichte seiner Kirche(n) verbunden. Dazu gehört in erster Linie auch die Geschichte seiner Kirchenbauten: dort, wo Gottesdienst gehalten, dort, wo getauft wird, Hochzeiten gehalten und Trauerfeiern begangen werden.
Kirchen und Kapellen geben zugleich Zeugnis davon, was Architektur, Kunst- und Stilempfinden in der jeweiligen Epoche zum Ausdruck bringen wollten bzw. brachten. Somit sind „Rüppurrs Kirchen und Kapellen” mit ihren „Erscheinungsbildern“ wie mit ihren „Programmen nicht nur im Lokalen verhaftet. Sie geben vielmehr auch Botschaft davon, was jeweils theologisch, künstlerisch, aber auch schlicht praktisch-pragmatisch, empfunden, erdacht und schließlich gebaut und umgesetzt wurde.
Band 6 – Rüppurrer Lebensbilder II
Im zweiten Band „Rüppurrer Lebensbilder“ werden wiederum Persönlichkeiten vorgestellt, die entweder in Rüppurr geboren und aufgewachsen sind und zeitlebens hier gewohnt haben oder solche, die mehr oder weniger lange Zeit privat oder beruflich in unserem Stadtteil verbrachten und hier Heimat fanden. Die Lebensbilder dieser zehn Persönlichkeiten, „ihre Lebensgeschichten“ also, spiegeln mehr als hundert Jahre deutsche Geschichte wider: vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, die Zeit des Nationalsozialismus bis zur Bundesrepublik.
Band 7 – Rüppurr und seine Industrie
Das historische und „moderne“ Rüppurr verbindet man nicht mit „Industrie“ oder Fabriken, nicht mit rauchenden Schornsteinen und Maschinengetöse. Im Gegenteil: In der zeitgenössischen Literatur wird uns das Rüppurr des 18. und 19. Jahrhunderts zumeist als ländliche Idylle mit einer bodenständigen, vorwiegend armen Bauernbevölkerung beschrieben, die ihre Felder bearbeitet und Viehhaltung betreibt. Natürlich gibt es im Dorf Handwerksbetriebe und ein wenig Handel. Mit dem 20. Jahrhundert wird Rüppurr schließlich zu dem, was es heute noch auszeichnet: ein weithin beliebter Wohnort in geradezu beschaulicher Landschaft. Dass sich Handwerk und wenige Fabrikbetriebe in dieser Zeit dennoch in Alt-Rüppurr gehalten und zeitweise sogar ausgedehnt hatten bzw. haben, tut diesem Charme keinen Abbruch.
Band 8 – Rüppurr und seine Gastwirtschaften
Dieser Band will nicht die Geschichte von Rüppurrs Gastwirtschaften nachzeichnen. Der dafür zur Verfügung stehende Raum hätte nicht ausgereicht. Den Autoren geht es vielmehr darum, im vorliegenden Sammelband aus der rund dreihundertjährigen Geschichte der hiesigen Gastwirtschaften zu berichten, d.h. jeweils markante Punkte, Stationen und Zeitabläufe aufzeigen und diese in den Kontext von Rüppurrs Geschichte wie auch derjenigen seiner näheren Umgebung stellen. Dabei bildet der Zeitraum des 18. bis 20. Jahrhunderts den zentralen Schwerpunkt.
Band 9 – Rüppurr und seine Geschäfte
„Rüppurr und seine Geschäfte. Vom Tante-Emma-Laden zum Supermarkt“ – dieser Titel legte das Interesse und die Frage nahe, wie im Dorf, wie im Stadtteil Rüppurr die örtliche Nahversorgung der Bevölkerung angelegt und organisiert war; wie sie funktionierte und wie sie sich im Laufe eines Jahrhunderts veränderte; auf welchen historischen, politischen und zeitökonomischen Gegebenheiten sie beruhte bzw. darauf reagierte und sich wandelte. Dabei stehen die Einzelhandelsgeschäfte im Zentrum dieses Interesses.
Mit dem Verfall der Einzelhandelsgeschäfte in Rüppurr und mit dem Aufkommen von zunächst Verkaufsvereinen (Lebensbedürfnisverein, Konsumgenossenschaft) und Großhandelsgesellschaften (Pfannkuch) bis zu den heutigen Supermärkten hat sich ein tief greifender Wandel vollzogen.
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