Kategorien
Uncategorised

Bauvorhaben neben der Nikolauskirche, oder um Himmelswillen, lasst die Kirch im Dorf

Die Nikolauskirche und das Gelände auf dem sie steht, gehören zwar rein rechtlich der katholischen Kirchengemeinde Christkönig, beides ist jedoch unbestreitbar moralisches und ideelles Eigentum der Rüppurrer. Bereits seit dem 14. Jahrhundert! steht hier unsere Kirche, mit deren Bau die Christianisierung von Rüppurr begann. Wie kann jemand allen Ernstes auch nur in Erwägung ziehen, es zuzulassen, dass auf diesen ? möchte sagen ? heiligen Ort, ein Gebäude hingesetzt wird? Die serbisch-orthodoxe Gemeinde ist uns ein willkommender Gast in der Nikolauskirche. Für ihr Gemeindezentrum aber muss und wird sie ein besser geeignetes Gelände finden. Für ein Gemeindehaus und dem damit verbundenen Tourismus, bei dem Hunderte von Gläubigen mit Autos und Bussen aus ganz Baden hertransportiert werden, ist hier kein Platz. Dieser Standort ist dafür einfach nicht geeignet. Und wie es der Stiftungsrat bereits ausdrückte: Es handelt sich hier um ein Kleinod und Kulturdenkmal. Ein Kleinod und Kulturdenkmal bebaut oder umbaut man nicht.

Die Unterschriftenaktion gegen die Bebauung wurde von Ihnen sehr, sehr gut angenommen, wodurch bereits eine sehr große Zahl an Unterschriften, etwa 2.500, gesammelt werden konnte. Herzlichen Dank dafür. Auch die politischen Parteien haben sich inzwischen eingeschaltet und versuchen alle gemeinsam, auf politischem Weg die Bebauung zu verhindern. Dabei finde ich es als ganz besonders erwähnenswert, dass alle Parteien gemeinsam an einem Strang ziehen – für Rüppurr. Toll Ihr Stadträte! So hätten wir das gerne auch an anderer Stelle, ein paar Straßen weiter.

Und gerade erreichte die BGR ein Brief vom 25. Mai 2010, unterzeichnet vom katholischen Pfarrer von Rüppurr Helfrich (Vorsitzender des Stiftungsrates), Pfarrgemeinderat Barth (Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates Christkönig) und Pfarrgemeinderat Burkardt (Vorsitzender des Pfarrgemeinderates Christkönig/St. Franziskus). Ich gehe davon aus, dass dieser Brief in Rüppurr bereits bekannt ist, da er an etliche Rüppurrer Institutionen versandt wurde.
Darin steht sinngemäß, aber viel schöner formuliert, dass die Katholische Kirche kein Geld mehr hat, sparen muss (den Grund für die vielen Kirchenaustritte kennen wir, über ihn wurde die letzten Wochen ja ausreichend in allen Medien berichtet) und sich deshalb von teuren Objekten, wie der Nikolauskirche, trennen muss. Es wird u.a. behauptet, Zitat: „Zeitnah wird nun ? wie von außen bereits gut erkennbar ? ein erheblicher Renovierungsaufwand anfallen, der nach Schätzungen von in der Pflege von Baudenkmälern ausgewiesenen Fachleuten einen Finanzierungsbedarf von ca. 400.000 € erfordert, ein Betrag der zumindest in der Größenordnung unstrittig ist…..“ Zitat Ende.
Entschuldigung, aber 400.000 € sind sehr wohl strittig! Ein Viertel davon, also 100.000 € wären schon sehr hoch gegriffen. Diese Kostenschätzung von 400.000 € würde ich doch zu gerne mal einsehen. Nein, Kostenschätzungen, es sind ja mehrere „von in der Pflege von Baudenkmälern ausgewiesene Fachleute“, die das behaupten.
Die Nikolauskirche wurde 11076 aufwendig und in höchster Qualität noch unter unserem Pfarrer Geier, dem das Kirchlein bis heute sehr am Herzen liegt, saniert, modernisiert und auf den damals neuesten Stand gebracht. Nach 34 Jahren kann heute niemals so viel zu renovieren sein, dass man die Kirche billiger abreißen und neu bauen könnte.

Aber gut, gehen wir mal davon aus, dass ich mal wieder nur unqualifizierte Beiträge liefere (An dieser Stelle vielen Dank all Denen, die mir regelmmäßig dafür danken, dass ich ihnen aus der Seele spreche). Gehen wir mal davon aus, dass es wirklich 400.000 € wären – nur angenommen. Dann würde doch die Gemeinde Christkönig der orthodoxen Gemeinde eine „zeitnah“ zu renovierende Ruine andrehen. Die orthodoxe Gemeinde besteht meines Wissens aus etwa 600 Familien. Wie bitte sollen 600 Familien eine Kirche für 400.000 € sanieren, ein neues Gemeindehaus bauen und beides nebenher noch unterhalten? Also, ich fände das jetzt nicht so wirklich in Ordnung von Christkönig. Das hätte für mich so e G\’schmäckle von: „Heiliger Sankt Florian, verschon unser Haus, zünd and\’re an.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.